„Kefir gegen Verstopfung“ wird oft als natürliche und wirksame Lösung angepriesen, auch auf dieser Seite war das früher so. Wir haben das geändert. Kefir ist ein fermentiertes Lebensmittel, für das in der Europäischen Union keine gesundheitsbezogene Angabe zugelassen ist: Wir dürfen nicht schreiben, dass er die Verdauung anregt oder Verstopfung lindert, und wir wissen es auch nicht. Was diese Seite stattdessen bietet. Was Kefir ist, was ein Glas davon in Flüssigkeit und Zahlen bedeutet, wie man ihn verträglich in den Alltag einbaut, und wann Verstopfung ärztlich abgeklärt gehört.
| Milchkefir, 24 Stunden | Wasserkefir, 24 Stunden | |
|---|---|---|
| Rezept pro Liter | 10 bis 20 g Körner, Milch, kein Zucker | 30 g Körner, 4 Esslöffel Zucker, Wasser |
| Energie | 110 bis 130 kcal mit Vollmilch | 30 bis 50 kcal |
| Flüssigkeit | etwa 170 ml Wasser | etwa 190 ml Wasser |
| Restzucker | wenig, Laktose teils verbraucht | etwa 3 bis 4 g pro 100 ml |
| pH-Wert | etwa 4,2 bis 4,6 | etwa 3 bis 3,5 |
| Alkohol | Spuren, 0,2 bis 1 Prozent | Spuren, 0,2 bis 1 Prozent |
Das sind Größenordnungen, keine Analysewerte. Ein Glas aus Ihrer Küche wird nicht gemessen. Die einzige Zeile, die sich ohne Vorbehalt lesen lässt, ist die Flüssigkeit: Ein Glas Kefir ist zu einem großen Teil Wasser, und das gilt für jedes Getränk.
Ein paar träge Tage nach einer Reise oder einer Ernährungsumstellung kennt jeder. Anders ist es, wenn die Verstopfung länger als drei Wochen anhält, neu auftritt und nicht erklärbar ist, mit Blut im Stuhl, Bauchschmerzen, Fieber oder Gewichtsverlust einhergeht, oder wenn sie ein Kind oder eine ältere Person betrifft. In allen diesen Fällen ist eine Ärztin oder ein Arzt zuständig, und zwar unabhängig davon, was Sie essen oder trinken.
Wer ein Abführmittel oder ein anderes Medikament nimmt, bespricht Änderungen der Ernährung mit der verschreibenden Person. Kefir ist kein Ersatz und keine Ergänzung einer Behandlung, und wir beschreiben ihn nie so.
Wenn Sie Kefir trinken möchten, dann aus dem einzigen Grund, den wir anbieten. Weil er Ihnen schmeckt. So gelingt der Einstieg ohne Überraschungen.
Der Unterschied liegt nicht in einer Wirkung, sondern im Inhalt. Milchkefir ist fast ganz Milch: Eiweiß, Fett, Calcium, Laktose zum Teil abgebaut, 110 bis 130 kcal pro Glas aus Vollmilch. Wasserkefir ist fermentiertes Zuckerwasser: 30 bis 50 kcal, Restzucker 3 bis 4 g pro 100 ml, Kohlensäure, kein Milcheiweiß. Wer Milch meiden muss, nimmt Wasserkefir. Wer eine sättigende Mahlzeit sucht, nimmt Milchkefir. Mehr gibt der Vergleich nicht her.
Die frühere Fassung versprach, Kefir rege die Darmpassage an, reguliere den Stuhlgang und helfe bei Verstopfung. Keiner dieser Sätze ist zulässig. Wir haben sie durch das ersetzt, was sich beschreiben lässt. Das Rezept, die Zahlen, die Verträglichkeit und die Grenze, ab der ärztlicher Rat gehört.
Das können wir nicht behaupten: Es wäre eine gesundheitsbezogene Angabe, und für Kefir ist in der EU keine zugelassen. Kefir ist ein fermentiertes Lebensmittel, das Flüssigkeit liefert wie jedes Getränk, mehr lässt sich nicht sagen.
Es gibt keine Dosis, weil es keine Wirkung gibt, die man dosieren könnte. Wer ihn mag, beginnt mit einem halben Glas pro Tag und bleibt bei der Menge, die ihm schmeckt und gut bekommt.
Milchkefir ist fast ganz Milch mit Eiweiß, Fett und Calcium, Wasserkefir ist leichtes, prickelndes Zuckerwasser nach der Gärung. Wer Milch meiden muss, nimmt Wasserkefir. Eine „Wirksamkeit“ lässt sich nicht vergleichen.
Davon berichten manche Leserinnen und Leser, vor allem in den ersten Tagen und bei Wasserkefir mit viel Kohlensäure. Kleine Mengen zu einer Mahlzeit und ein junger Ansatz von 24 Stunden sind die übliche Antwort darauf.
Wenn sie länger als drei Wochen anhält, neu und unerklärt auftritt, mit Blut im Stuhl, Schmerzen, Fieber oder Gewichtsverlust einhergeht, oder ein Kind oder eine ältere Person betrifft. Dann entscheidet eine Ärztin oder ein Arzt, nicht ein Getränk.
Das besprechen Sie mit der verschreibenden Person. Wir beschreiben Kefir als Lebensmittel, nie als Ergänzung oder Ersatz einer Behandlung.

